Vertikales Wiki
Hier finden Sie zentrale Begriffe, Namen, Themen und Methoden rund um Ich-Entwicklung und Vertikale Entwicklung sowie deren Anwendung jeweils kurz beschrieben. Damit möchten wir Ihnen helfen, sich einen Überblick zu diesem Forschungs- und Beratungsfeld zu verschaffen und gezielt zu informieren.
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A
Abwehrmechanismen
Spezifische unbewußte Vorgehensweisen, mit denen ein Mensch sich vor potentiell für sein „Ich“ bedrohlichen Einflüssen schützt. Erstmalig von der Psychoanalytikerin Anna Freud 1936 in ihrem Buch „Das Ich und seine Abwehrmechanismen“ grundlegend beschrieben, später auch empirisch erforscht und nach Reifegraden klassifiziert.
Akkomodation
Ein von Jean Piaget geprägter Begriff: Das Verändern und Anpassen der bisherigen Denkstruktur an neue Erfahrungen.
Assimilation
Ein von Jean Piaget geprägter Begriff: Das Verarbeiten und Integrieren neuer Erfahrungen gemäß der bisherigen Denkstruktur.
Autonomie
B
Bereiche der Ich-Entwicklung
Ich-Entwicklung beinhaltet ein breites Feld verschiedener aufeinander bezogener, miteinander verwobener Persönlichkeitsaspekte. Die Vielzahl von Aspekten, die sich in der Ich-Entwicklungssequenz zeigen, kann man vier Bereichen zuordnen: Charakter, Interpersoneller Stil, Bewusstseinsfokus und Kognitiver Stil.
Bewusst Entwicklungsorientierte Organisation (BEO/DDO)
Eine Organisation, die systematisch darauf angelegt ist, die vertikale Entwicklung ihrer Mitarbeiter, Führungskräfte und des gesamten Unternehmens kontinuierlich und umfassend zu fördern. Von Robert Kegan (Harvard) anhand von Fallbeispielen erforscht und in ihren Funktionsprinzipien beschrieben (Deliberately Developmental Organization = DDO)
Bewusstseinsfokus
Einer der vier Bereiche der Ich-Entwicklung, in denen sich über die verschiedenen Entwicklungsstufen hinweg eine Vielzahl von Aspekten verändert. Bewusstseinsfokus bezieht sich auf das, worauf sich die Gedanken einer Person hauptsächlich richten und um welche Themen beziehungsweise Aspekte sie kreisen.
Big Five der Persönlichkeit
Empirisch über Jahrzehnte (vor allem Faktorenanalytischer Forschung) sich herauskristallisierende grundlegende Struktur der Persönlichkeit. Die Big Five umfassen folgende fünf Eigenschaften: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit.
C
Change Management
Umfangreiches Set von Modellen und Instrumenten, um Veränderungsvorhaben in Organisationen zu initiieren, zu planen, zu starten, umzusetzen, zu stabilisieren und gesamthaft zu steuern.
Charakter
Einer der vier Bereiche der Ich-Entwicklung, in denen sich über die verschiedenen Entwicklungsstufen hinweg eine Vielzahl von Aspekten verändert. Charakter bezieht sich auf den Umgang mit eigenen Impulsen und eigenen wie fremden Maßstäben.
Cook-Greuter, Susanne
Schweizerisch-Amerikanische Expertin in Ich-Entwicklung. Zunächst Studium der Linguistik, Mitarbeit in vielen Forschungsprojekten und Anwendungen mit dem von Jane Loevinger entwickelten WUSCT, später Promotion zu späten Stufen der Ich-Entwicklung an der Harvard University, damit feinere Differenzierung des postkonventionellen Levels, Gründungsmitglied des Integral Institute mit Ken Wilber.
D
Dreiklang vertikaler Organisationsentwicklung
Ein von T. Binder entwickelter Interventionsansatz, der vertikalen Organisationsentwicklungsprojekten zugrunde liegt. Dieser besteht in dem permanenten aufeinander Beziehen und kontinuierlichem „Verweben“ der drei Ebenen Organisation, Team und Individuum und dies zusammen mit einer vertikalen Entwicklungsorientierung: sowohl in der Prozessarchitektur, den Interventionsdesigns als auch im Prozessgeschehen eines OE-Projekts.
Debriefing zum Ich-Entwicklungs-Profil
Developmental Aspects Deep Dive©
Eine vertikales Entwicklungsinstrument (nach T. Binder), mit der man ausgewählte Aspekte der eigenen Ich-Struktur (resultierend aus einem Ich-Entwicklungs-ProfilÔ mit Debriefing) tiefgehend und umfassend reflektiert. Dadurch gelangt man zu einem persönlichen Ich-Entwicklungsplan, der einem hilft, gezielt an diesen Entwicklungsaspekten in seinem Leben zu arbeiten.
Dialektische Denkformen
Werkzeuge des Denkens, die über rein formales Denken (i.S.v. Jean Piagets kognitiver Entwicklung) hinausgehen. Sie gründen in einem offenen und sich stets verändernden Verständnis des Seins (Ontologie) und des Erkenntnisgewinns (Epistemologie). Michael Basseches (1975) machte dialektisches Denken in seinem Werk „Dialectical thinking and adult development“ erstmals empirisch überprüfbar. Otto Laske erweiterte die dort beschriebenen Denkformen später. Die Entwicklung dialektischen Denkens kann als eigener Entwicklungsstrang im Bereich der Kognition angesehen werden. Bei Menschen auf späten (postkonventionellen) Ich-Entwicklungsstufen tritt dies verstärkt auf.
E
Entwicklung
Von Entwicklung vs. Lernen (im entwicklungspsychologischen Sinn) spricht man, wenn ein Mensch sich nicht nur etwas Neues aneignet (lernt), sondern dauerhaft in der Lage ist, dies aus einer differenzierteren, integrierteren und flexibleren Ich-Struktur heraus einzusetzen (z.B. weniger Ich-bezogen, prozessorientierter, mehr Perspektiven integrierend). Viele kleinere Entwicklungen können dann dazu führen, dass ein Mensch ein fundamental anderes Funktionsniveau seiner Persönlichkeit erreicht (einen Schritt in eine nächste Ich-Entwicklungsstufe).
Entwicklungs-Balance Berater:in – Kund:in
Entwicklungscommitment
Eine Selbstvereinbarung auf individueller oder Gruppenebene mit Fokus auf wenige zentrale Entwicklungsaspekte, die man für sich herausarbeitet und veröffentlicht, um gezielt persönliches Wachstum zu fördern.
Entwicklungsebenen
Verschiedene Niveaus von vertikaler Entwicklung, auf denen ein Mensch oder soziales System funktioniert: präkonventionell, konventionell, postkonventionell.
Entwicklungsbezogenes Feedback
Ein Feedback zu Entwicklungsaspekten, die dem Gegenüber Teile seiner derzeitigen Ich-Entwicklungsstufe unmittelbar bewusst macht. Die Grundidee dahinter ist, dass einem Menschen seine Ich-Struktur aus der gerade gehandelt wird, nur bedingt bewusst ist und ihm dadurch ein Zugang verschafft wird, diese planvoll erweitern zu können.
Entwicklungs-Formel
Diese zeigt die notwendige Balance zweier Faktoren an, die in einem sozialen System gegeben sein müssen, um vertikale Entwicklung optimal zu ermöglichen (E = A + K). Sie dient als Ausgangspunkt, um die jeweiligen Gewichte dieser Faktoren zu hinterfragen und in ein Gleichgewicht zu bringen.
Entwicklungs-Interventionen
Entwicklungs-Phasen-Modelle
Entwicklungs-Stufen-Modelle
Entwicklungstraumata
Epistemologie
Erkenntnistheorie beziehungsweise Wissenschaftslehre, das heißt die Frage danach, wie man überhaupt zu Erkenntnis kommt, auf welchen Grundlagen diese beruht und wie sicher man sich dieser sein kann. Im Zuge der Ich-Entwicklung kann man vor allem im Bereich des Kognitiven Stils beobachten, wie sich die jeweils subjektive Epistemologie eines Menschen über verschiedene Entwicklungsstufen grundlegend wandelt.
F
Fundamentales Dilemma menschlichen Seins
Die Spannung, die sich aus zwei grundlegenden und im Gegensatz zueinander befindlichen Bedürfnissen eines Menschen ergibt: Einerseits das Bedürfnis nach Selbstbestimmung (Autonomie) und andererseits nach Verbundenheit (Bindung) mit anderen Menschen. Je nach Ich-Entwicklungsniveau kann mit dieser Spannung anders umgegangen werden.
Gegenmuster-Analyse
Eine spezifische Methodik (nach T. Binder), mit der das verinnerlichte Verhaltens- und Erlebensmuster herausarbeitet wird, das einem persönlich wichtigen Ich-Entwicklungsaspekt entgegensteht. Dieses Muster läuft automatisiert ab, so dass ein Mensch dem weitestgehend „unterworfen“ ist.
Die Gegenmuster-Analyse dient dazu, einen praktischen Zugriff auf dieses Muster zu erhalten und dadurch immer mehr ein reiferes Muster zu ermöglichen.
G
Grounded Theory
Gütekriterien psychologischer Messverfahren
Kriterien, die der Qualitätssicherung für wissenschaftliche Erhebungen und Messungen im Bereich der Psychologie dienen. Die drei zentralen Gütekriterien sind Objektivität, Reliabilität und Validität.
H
Hidden Competing Commitments
I
Ich-Einschränkung
Ein Abwehrmechnismus, mit dem sich Menschen vor Unlust erzeugenden Erfahrungen schützen, indem Situationen vermieden werden, die diese erzeugen. Anna Freud beschreibt dessen Folgen im Buch „Das Ich und die Abwehrmechanismen“ sehr prägnant: „Das Ich wird durch den Rückzug aus zu vielen Positionen einseitig, verliert Interessen und verarmt an Leistungen“. Statt möglicher Ich-Entwicklung entsteht eher „Ich-Verarmung“.
Ich-Entwicklung
Individueller Prozess der Persönlichkeitsentwicklung, d. h. wie ein Mensch sich über verschiedene Stufen seines Ichs in Richtung zunehmender Reife entwickelt. Die empirische Erforschung dessen gelang vor allem durch Jane Loevingers jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit.
Ich-Entwicklungs-Profil
Standardisierter Persönlichkeitstest, mit dem das Entwicklungsniveau der eigenen Ich-Struktur (Reife der eigenen Persönlichkeit) gemäß wissenschaftlicher Maßstäben diagnostiziert werden kann. In Deutschland, aufbauend auf Forschungen Jane Loevingers, durch Thomas Binder weiter vertieft, ergänzt und für Beratung und Coaching nutzbar gemacht.
Ich-Entwicklungs-Journal
Ein Format zum Reflektieren von Situationen, in denen die für sich ausgewählten Ich-Entwicklungsaspekte im eigenen Leben erfahrbar werden. Damit werden sie in der Aufmerksamkeit gehalten und Situationen festgehalten, an denen in den jeweiligen Ich-Entwicklungscoachings gezielt gearbeitet werden kann.
Ich-Struktur-Analyse
Immunity to change
Von Robert Kegan und Lisa Lahey entwickelte Methode, mit der man herausarbeiten kann, warum trotz bester Intentionen und Fähigkeiten, keine Veränderung zustande kommt, es sei denn man bearbeitet die dahinter liegende Entwicklungsthematik.
Impulskontrolle
Dies ist ein Aspekt der Ich-Entwicklung, der sich, u.a. durch zunehmendes Bewusstsein über die verschiedenen Stufen hinweg verändert. Besteht eine generelle Impulsabhängigkeit im gesamten Lebenskontext, ist dies ein Hinweis auf eine frühe Entwicklungsstufe, die danach benannt ist (E2 = Impulsive Stufe).
Inside-Out-Ansatz
Zunächst direktes Arbeiten an der stufenbezogenen Ich-Struktur eines Menschen und ihren spezifischen Aspekten (Inside), und dann am jeweiligen Verhalten im Alltag beziehungsweise besonders relevanten Situationen (Outside).
Inter-Rater-Reliabilität
Interpersoneller Stil
Einer der vier Bereiche der Ich-Entwicklung, in denen sich über die verschiedenen Entwicklungsstufen hinweg eine Vielzahl von Aspekten verändert. Interpersoneller Stil bezieht sich auf den Umgang mit anderen Menschen, wie diese verstanden werden und welche typischen Beziehungsmuster (unbewusst) eingegangen werden.
K
Kegan, Robert
Kognitiver Stil
Einer der vier Bereiche der Ich-Entwicklung, in denen sich über die verschiedenen Entwicklungsstufen hinweg eine Vielzahl von Aspekten verändert. Kognitiver Stil bezieht sich auf die Art und Weise der typischerweise benutzten Denkstrukturen (z.B. stereotypisierend).
Konventionelle Ebene der Ich-Entwicklung
„Konventionell“ sollte nicht mit „konservativ“ verwechselt werden. Konventionell in diesem Sinne bedeutet, dass Menschen auf dieser Ebene weitestgehend durch ihre soziale Umwelt geprägt sind. Wie sie das tun und woran sie sich konkret orientieren, kann dabei sehr verschieden sein.
L
Loevinger, Jane
M
Master trait der Persönlichkeit
Jane Loevinger betrachtete Ich-Entwicklung im Vergleich zu anderen Merkmalen der Persönlichkeit (z.B. sogenannte Big Five) als einen zentralen Faktor („master trait). Dies kann dadurch empirisch begründet werden, dass es ein Konstrukt ist, das eine Vielzahl von anderen Aspekten beeinflusst. Der Persönlichkeitsforscher Dan McAdams bezeichnet das Ich in diesem Sinne auch als „Direktor der Persönlichkeit“.
Moderatorvariable
O
Objektivität als Gütemaß
Dies ist eines von drei Gütekriterien empirischer psychologischer Forschung. Sie ist das Ausmaß der Unabhängigkeit der Ergebnisse vom Untersucher und der Untersuchungssituation und bezieht sich auf Durchführung (z.B. standardisierte Testinstruktion), Auswertung (z.B. eindeutige Zuordnungskriterien) und Interpretation psychometrischer Verfahren.
Optimales Ungleichgewicht
Der Bereich von vertikaler Entwicklung, in dem Entwicklungsinterventionen bei einem Menschen am wirksamsten sind: Einerseits etwas später als das Schwerpunktzentrum der Entwicklung und andererseits nicht zu weit davon entfernt, damit die Anschlussfähigkeit der Interventionen noch gegeben ist.
Outside-In-Ansatz
Zunächst Arbeiten am Verhalten eines Menschen in besonders relevanten Situationen (Outside), und anschließend, wie dies mit der stufenbezogenen Ich-Struktur und ihren spezifischen Aspekten (Inside) zusammenhängt.
P
Persönlichkeit
Persönlichkeit bezieht sich auf die Einzigartigkeit, das heißt die spezifische Art und Weise, wie ein Mensch über verschiedene Situationen sowie einen längeren Zeitraum (Monate/Jahre) denkt, fühlt und sich verhält, das heißt mit seiner Umwelt agiert und auf sie reagiert.
Piaget, Jean
Postkonventionelle Ebene der Ich-Entwicklung
Eine Ebene der Entwicklung, die ein System (z.B. Mensch, Organisation) erreichen kann, die allerdings nur wenige wirklich erreichen. Sie ist durch Multiperspektivität, Relativieren, offenem Hinterfragen von Gegebenem, Konstruktbewusstheit, Gleichzeitigkeit von Prozess und Ergebnis, Vernetzen von unterschiedlichen Aspekten etc. gekennzeichnet.
Projektives Messverfahren
R
Regression
Regression Deep Dive©
Eine vertikales Entwicklungsinstrument (nach T. Binder), durch die man gezielt an Regressionen (temporäres Zurückfallen auf frühere Entwicklungsstufen) arbeiten kann. Das Ziel ist, es immer mehr Freiheit von den jeweiligen Triggern und Mustern zu bekommen, die bei Regressionen sonst aktiviert werden.
Reife/Reifegrad
Ein Synonym für eine Entwicklungsstufe, die ein System (z.B. Mensch, Gruppe, Organisation) in Bezug auf den Umgang mit sich selbst, mit anderen und mit komplexen Anforderungen bisher erreicht hat und auf dem es prinzipiell zu funktionieren in der Lage ist.
„Reisen“ der Ich-Entwicklung
Von T. Binder geprägte Metaphern, um die Übergänge zwischen mehreren Ich-Entwicklungsstufen leichter erklär- und begreifbar zu machen. Sie fassen die übergreifende Thematik oder zentrale Entwicklungsaufgabe über mehrere Stufen zusammen, die sich in den vielen einzelnen, sich verändernden strukturellen Entwicklungsaspekten zeigen (z.B. Reise von E4 nach E6: Freiheit von Anderen).
Reliabilität als Gütemaß
S
Satzergänzungstest
Schwerpunktzentrum der Entwicklung
Scoring
Soziale Erwünschtheit
Spiritueller Materialismus
Strukturelle Identitätsposition
Struktur-Inhalts-Vermischung
Diese besteht darin, dass ein bestimmtes Thema oder Inhalt (z.B. Partizipation, Achtsamkeit) mit einer Ich-Entwicklungsstufe gleichgesetzt wird. Jede Ich-Entwicklungsstufe besteht aber aus einem komplexen Muster unterschiedlicher struktureller Aspekte. Diese Strukturaspekte prägen die Art und Weise, wie ein Mensch in der Lage ist, mit einem beliebigen Inhalt umgehen zu können.
Stufenbezogene Handlungslogik
Spezifisches Muster eines Menschen oder sozialen Systems (z.B. Leitungsteam) zu handeln, in dem Aspekte von Reife, d.h. vertikaler Entwicklung, deutlich werden
Stufenbezogene Ich-Strukturaspekte
Die Entwicklungsaspekte, die eine jeweilige Ich-Entwicklungsstufe auf der universellen Entwicklungssequenz charakterisieren (siehe Ich-Strukturaspekte-Analyse). Da es im Zuge der Persönlichkeitsentwicklung zu fundamentalen Umstrukturierungen des Ichs kommt, handelt es sich nicht um quantitativ unterschiedliche Ausprägungen der jeweils gleichen Entwicklungsaspekte, sondern um qualitativ andere Strukturaspekte pro Ich-Entwicklungsstufe.
Stufenspezifische Reizbarkeit
Im Vergleich zu spezifischen biographischen Triggern sind dies diejenigen Themen, auf die ein Mensch, je nach erreichter Stufe seiner Ich-Entwicklung, in der Regel mit erhöhter Reizbarkeit reagiert.
Subjekt-Objekt-Gleichgewicht
Ein zentraler Begriff in Robert Kegans Theorie der Selbst-Entwicklung, der die spezifische Organisation des Selbst auf einer Entwicklungsstufe bezeichnet. Subjekt bezieht sich darauf, wodurch ein Mensch gesteuert wird und Objekt, was ein Mensch steuern kann. Dieses Verhältnis verändert sich systematisch im Zuge der Entwicklung, so dass sich Hauptstufen des Ichs/Selbst identifizieren lassen.
T
Transformation vs. Information
Dies ist eine Metapher von Robert Kegan, um die unterschiedliche Qualität von Entwicklung im Vergleich zu Lernen zu verdeutlichen. Bei In-Formation wird etwas Neues aufgenommen, die „Form“, mit der etwas aufgenommen wird, bleibt hingegen gleich. Bei Trans-Formation verändert sich hingegen die aufnehmende Struktur grundsätzlich, so dass man von einer neuen Entwicklungsstufe sprechen kann.
Transformatives Lernen
Ein Lernen, das nicht nur im Aneignen neuen Wissens besteht, sondern reflexiv ist und bei dem bestehende Annahmen oder Denkgewohnheiten neu bewertet und verändert werden. Diese ist durch Jack Mezirow in seiner transformativen Lerntheorie beschrieben.
U
Universelle Entwicklungssequenz
Eine in der Abfolge ihrer einzelnen Stufen unveränderliche Entwicklung, deren Strukturen prinzipiell kulturunabhängig sind. Dazu sind in der Wissenschaft eine Reihe von Nachweisen zu erbringen (z.B. Längsschnittuntersuchungen, Regelhaftigkeit von Antwortmustern, kulturvergleichende Studien).
V
Validität als Gütemaß
Verbundenheit
Vertikale Entwicklung
Entwicklung, die in einer bestimmten Abfolge von hierarchisch aufeinander aufbauenden Stufen entfaltenden Handlungslogik abläuft – im Sinne von höherer Differenziertheit, Integriertheit und Flexibilität
Vertikale Entwicklungsaufgaben/-experimente
Extra auf die jeweilige Entwicklungsstufe zugeschnittene Aufgaben, die bewusst und planvoll Erfahrungen an der Grenze der eigenen Ich-Struktur ermöglichen und diese damit über die Zeit hinweg erweitern können.
Vertikale Organisationsentwicklung
Ein Organisationsberatungsansatz, der vertikale Entwicklung mit Elementen klassischer Organisationsentwicklung und des Change Managements verbindet. Ziel ist es, das derzeitige Funktionslevel einer Organisation/Organisationseinheit, auf dem diese bisher zu funktionieren in der Lage ist, gezielt zu entwickeln.
Vier-Quadranten-Modell
W
Weisheit
WUSCT
Z
Zone der proximalen Entwicklung
Die Distanz zwischen dem Bereich an Entwicklungsaspekten, die ein Mensch aufgrund seines eigenen Entwicklungsschwerpunkts von sich aus zeigt und den Entwicklungsaspekten, die i.d.R. nur mit Unterstützung von Menschen auf späteren Entwicklungsniveaus möglich wird. Dies geht auf Konzepte von Lew S. Vygotskij zurück und betont, sich auf die Entwicklungskonzepte zu konzentrieren, die in der Nähe des eigenen Entwicklungsschwerpunkts liegen.